Methoden der Hypnosepsychotherapie
Die Hypnosepsychotherapie ist ein tiefenpsychologischer Ansatz, der bewusste und unbewusste Anteile des Erlebens einbezieht. Daher arbeite ich sowohl mit Trancen als auch mit den psychoanalytisch-psychodynamischen Konzepten in Form von Gesprächen.
Das Menschenbild der Hypnosepsychotherapie
Die Hypnosepsychotherapie geht davon aus, dass Menschen in ihrem Fühlen, Denken und Handeln von den bisherigen Lebens- und Beziehungserfahrungen geprägt sind. Viele dieser Erfahrungen sind uns nicht bewusst. In uns wirken daher unbewusste Prozesse. In der Hypnosepsychotherapie werden Suchprozesse ausgelöst, und mit der therapeutischen Trance können wir Zugang zu inneren Bildern und Ressourcen erlangen, damit sich unser individuelles Potenzial entfalten kann.
Was passiert in einer Trance?
Eine Trance ist ein entspannter und zugleich konzentrierter Zustand. Während Sie die volle Kontrolle über sich bewahren, richtet sich die Aufmerksamkeit nach innen. Innere Bilder, Sinneseindrücke und Gefühle können dadurch wahrgenommen werden. Die Hypnose bietet die Möglichkeit, neue Lösungsschritte zu entwickeln, sie durch die Trance zu erleben und im sicheren Rahmen der Therapie zu erproben.
Tiefenpsychologische Konzepte in meiner Arbeit
Innere Anteile, Teilearbeit, Persönlichkeitsanteile
Eine Grundannahme der Hypnosepsychotherapie ist, dass Menschen als Anpassungsleistung im Laufe ihres Lebens und in prägenden Situationen immer wieder neue Seiten entwickeln. Wir beschreiben dies als Persönlichkeitsanteile. Das bedeutet also, dass wir einen Menschen in seiner Vielheit sehen. Manche dieser Anteile sind uns bewusst, manche sind unbewusst. Manche Teile zeigen sich als innere Stimmen, als Körperempfindungen, als Gefühle oder als Handlungsimpulse. In der Therapie geben wir diesen Anteilen Namen und sehen sie als imaginäre Personen mit unterschiedlichem Alter, Geschlecht oder Charaktereigenschaften. Wir gehen davon aus, dass sie zu einem Zeitpunkt gekommen sind, als es wichtig war, die Gesamtperson zu unterstützen oder sie vor Schaden zu bewahren – auch wenn diese Absicht heute nicht mehr dienlich ist.
In der Psychotherapie sind Persönlichkeitsanteile ein Hilfskonstrukt, um mit wiederkehrenden Mustern oder Zuständen besser arbeiten zu können. Diese Idee wurde bereits von verschiedenen Fachleuten aufgegriffen und ausgebaut. Daher gibt es sie in verschiedenen Formen und unter verschiedenen Namen wie Teilearbeit, inneres Team oder Ego-State-Therapie, um nur einige zu nennen.
Die Kombination mit Trancen ermöglicht es den Persönlichkeitsanteilen, sich zu zeigen, in der Fantasie lebendig zu werden, ihre Geschichte zu erzählen und mit anderen Anteilen zusammenzuarbeiten. Die gute Zusammenarbeit aller Anteile zur Förderung der Gesamtperson ist das Ziel in der Psychotherapie.
Übertragung
Das Konzept der Übertragung ist ein wesentliches Prinzip der psychoanalytisch-psychodynamischen Psychotherapie. Es bedeutet, dass wir Menschen Vorannahmen über andere Menschen haben, die mit unseren bisherigen Erfahrungen zu tun haben. Menschen werden in aktuellen Begegnungen meist unbewusst jene Aspekte zugeschrieben, die wir in früheren Beziehungen erlebt haben. Dadurch kommt es zu einer verzerrten Wahrnehmung, die uns in der Therapie bewusst werden kann und helfen kann, Beziehungsmuster zu durchschauen und nicht zu wiederholen.
Abwehr und Widerstand
Wenn Erinnerungen, Gefühle oder Gedanken zu belastend erscheinen, schützt sich die Psyche auf ganz natürliche Weise davor, sie unmittelbar wahrzunehmen. Diese unbewussten Schutzmechanismen nennen wir Abwehr. Sie sind zunächst sinnvoll und haben geholfen, mit schwierigen Situationen zurechtzukommen. Im Laufe der Therapie kann sich diese Abwehr auch als Widerstand zeigen – etwa als Zögern, ein bestimmtes Thema zu vertiefen, als plötzlicher Themenwechsel oder als das Gefühl, nicht weiterzukommen. Ich begegne Abwehr und Widerstand nicht als Hindernis, sondern als wertvollen Hinweis: Sie zeigen mir, welche Themen gerade besonders bedeutsam und gleichzeitig besonders schützenswert sind. Gemeinsam schauen wir behutsam hin, wann und wodurch dieser Schutz entstanden ist – und ob er im Hier und Jetzt noch gebraucht wird.
Achtsamkeit und therapeutische Beziehung
Achtsamkeit
Achtsamkeit bedeutet, dem gegenwärtigen Moment mit Aufmerksamkeit und ohne Bewertung zu begegnen und die eigenen Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen so, wie sie gerade da sind, anzunehmen und zu beobachten. In der therapeutischen Arbeit nutze ich achtsamkeitsbasierte Elemente, um den Zugang zum eigenen inneren Erleben zu vertiefen und einen liebevolleren, weniger urteilenden Umgang mit sich selbst zu entwickeln. Achtsamkeit hilft dabei, aus automatischen Reaktionsmustern auszusteigen, innezuhalten und bewusster zu entscheiden, wie wir mit einer Situation umgehen möchten. Sie ist zudem eine wertvolle Brücke zur Trancearbeit, da beide Zustände von einer nach innen gerichteten, konzentrierten Aufmerksamkeit getragen werden.
Korrigierende Erfahrung
Von einer korrigierenden Erfahrung sprechen wir, wenn im Rahmen der Therapie ein neues, heilsames Beziehungserleben möglich wird – eines, das im bisherigen Leben oft gefehlt hat. Wo frühere Erfahrungen etwa von Zurückweisung, mangelndem Verständnis oder Kontrollverlust geprägt waren, kann in der therapeutischen Beziehung stattdessen Verlässlichkeit, Wertschätzung und ein sicherer Rahmen erlebt werden. Diese neue Erfahrung wirkt oft tiefer als reines Verstehen auf der gedanklichen Ebene, weil sie unmittelbar gefühlt und im Körper gespürt wird. Sie eröffnet die Möglichkeit, festgefahrene Beziehungsmuster nach und nach zu verändern und neues Vertrauen aufzubauen.
Therapeutische Beziehung
Die Qualität der therapeutischen Beziehung ist wissenschaftlich erwiesen ein Hauptfaktor des Therapieerfolges. Die psychotherapeutische Beziehung bietet die Möglichkeit, eine gute Beziehungserfahrung zu machen. Sie gibt die Möglichkeit, neue Handlungsweisen in einem geschützten Raum auszuprobieren und zu üben, wodurch Veränderung möglich wird.
Mir ist es daher besonders wichtig, Ihnen mit echtem Interesse, Wertschätzung und Verlässlichkeit zu begegnen – als Grundlage dafür, dass Sie sich öffnen und wachsen können.
Häufige Fragen zur Hypnosepsychotherapie
Ja. Die Hypnosepsychotherapie ist in Österreich eine nach dem Psychotherapiegesetz anerkannte psychotherapeutische Methode. Sie zählt zu den tiefenpsychologisch-psychodynamischen Verfahren.
Showhypnose dient der Unterhaltung. Hypnosepsychotherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren: Die Trance wird im geschützten Rahmen der Therapie eingesetzt, um Zugang zu inneren Bildern und Ressourcen zu finden. Sie bleiben dabei wach und behalten die volle Kontrolle über sich.
Nein. Ich arbeite sowohl mit Trancen als auch mit Gesprächen auf Grundlage psychoanalytisch-psychodynamischer Konzepte. Wann eine Trance sinnvoll ist, entscheiden wir gemeinsam.
Persönlichkeitsanteile sind Seiten, die Menschen im Laufe ihres Lebens entwickeln – etwa als innere Stimmen, Gefühle oder Handlungsimpulse. In der Therapie sind sie ein Hilfskonstrukt, um mit wiederkehrenden Mustern oder Zuständen besser arbeiten zu können. Ähnliche Konzepte sind auch als Teilearbeit, inneres Team oder Ego-State-Therapie bekannt.