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Psychotherapie Wünsch – Angelika Wünsch, Psychotherapeutin in 1210 WienPsychotherapie Wünsch – Angelika Wünsch, Psychotherapeutin in 1210 Wien

Pathologisches Glücksspiel – Kriterien nach DSM-5

Was bedeutet „pathologisches Glücksspiel“ im diagnostischen Sinn?

Im aktuellen Diagnosemanual DSM-5 wird das pathologische Glücksspiel als „Glücksspielstörung“ (Gambling Disorder) geführt. Gemeint ist ein anhaltendes und wiederkehrendes problematisches Spielverhalten, das zu deutlichen Beeinträchtigungen oder Leidensdruck im Leben der betroffenen Person führt. Damit die Diagnose gestellt werden kann, müssen innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten mindestens vier von neun festgelegten Merkmalen zutreffen. Diese Kriterien bieten eine gute Orientierung, um das eigene Spielverhalten realistisch einzuschätzen.

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Selbsteinschätzung

Woran erkenne ich, ob ich glücksspielsüchtig bin?

Ein zentrales Merkmal ist die sogenannte Toleranzentwicklung: Es werden zunehmend höhere Geldbeträge eingesetzt, um das gewünschte Erregungsniveau oder den gewohnten Nervenkitzel zu erreichen. Was früher schon mit kleinem Einsatz aufregend war, fühlt sich mit der Zeit nicht mehr ausreichend an.

Viele Betroffene berichten von innerer Unruhe, Nervosität oder Reizbarkeit, sobald sie versuchen, das Spielen einzuschränken oder ganz zu beenden. Dieses unangenehme Gefühl kann so stark werden, dass es fast wie ein körperlicher Entzug erlebt wird.

Ein weiteres Kriterium sind wiederholte, erfolglose Versuche, das eigene Spielverhalten zu kontrollieren, einzuschränken oder ganz zu beenden. Gute Vorsätze halten oft nur kurz an, bevor es zum erneuten Spielen kommt.

Auch eine gedankliche Beschäftigung mit dem Glücksspiel ist ein wichtiges Anzeichen: das Erinnern an vergangene Spielsituationen, das Planen des nächsten Spiels oder das Nachdenken darüber, wie man an Geld zum Spielen kommen könnte. Diese Gedanken nehmen im Alltag zunehmend Raum ein.

Ein weiteres Merkmal ist, dass häufig in belastenden emotionalen Zuständen gespielt wird – etwa bei Gefühlen von Hilflosigkeit, Schuld, Angst oder depressiver Verstimmung. Das Spielen dient dann als eine Art Bewältigungsstrategie, um unangenehme Gefühle kurzfristig zu verdrängen.

Dieses sogenannte „Nachjagen“ von Verlusten (chasing) ist eines der bekanntesten Merkmale: Nach einem Verlust kehrt man an einem anderen Tag zurück, um das verlorene Geld zurückzugewinnen. Dieser Kreislauf führt häufig zu immer höheren Verlusten.

Ein weiteres Kriterium ist das Belügen von Familienmitgliedern, Therapeut:innen oder anderen Personen, um das tatsächliche Ausmaß der Spielbeteiligung zu verbergen. Diese Lügen dienen meist dazu, Konflikte oder Scham zu vermeiden.

Ein zentraler Punkt ist die Gefährdung oder der tatsächliche Verlust einer wichtigen Beziehung, einer Arbeitsstelle oder einer Ausbildungs- beziehungsweise Karrierechance aufgrund des Glücksspiels. Dies zeigt, wie stark das Spielen bereits in andere Lebensbereiche eingreift.

Das letzte Kriterium beschreibt das Angewiesensein auf andere Personen, die einem Geld zur Verfügung stellen, um eine durch das Spielen verursachte verzweifelte finanzielle Situation zu lindern – etwa um dringende Rechnungen zu bezahlen oder Schulden abzudecken.

Einordnung

Was bedeutet es, wenn mehrere Merkmale zutreffen?

Treffen mindestens vier der genannten neun Merkmale innerhalb der letzten zwölf Monate zu, spricht man diagnostisch von einer Glücksspielstörung. Je nach Anzahl der erfüllten Kriterien wird zusätzlich der Schweregrad unterschieden: leicht (vier bis fünf Merkmale), mittel (sechs bis sieben Merkmale) oder schwer (acht bis neun Merkmale). Auch wird unterschieden, ob die Störung episodisch, also mit zeitweisen Erleichterungen, oder anhaltend verläuft.

Die Fragen auf dieser Seite dienen der Orientierung und ersetzen keine Diagnose.
Eine Diagnose kann nur im persönlichen Gespräch gestellt werden.

Was, wenn ich mich in mehreren dieser Fragen wiedererkenne?

Wer sich in mehreren dieser Punkte wiederfindet, muss dies nicht allein bewältigen. Kommen Sie in diesem Fall gerne zu mir in die Praxis – gemeinsam schaffen wir in einem vertraulichen Rahmen Klarheit über Ihre Situation und legen den ersten Schritt zu einer wirksamen Behandlung. Es lohnt sich, frühzeitig Unterstützung zu suchen – je früher eine Glücksspielstörung erkannt wird, desto größer sind die Chancen auf eine nachhaltige Veränderung.

Psychotherapie Wünsch – Angelika Wünsch, Psychotherapeutin in 1210 Wien

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